• Nicola Christ-Widmann

    Impulse, die wirken

    Erkennen, was läuft.
    Verstehen, wie Menschen ticken.
    Verändern, was wirkt.

    Unabhängig davon, ob Sie Antworten, Lösungen oder neue Perspektiven suchen: Ich helfe Ihnen gerne dabei, die Wege zu finden, die Sie auch wirklich an Ihr Ziel bringen.

Fräulein Schwyz: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Neues vom Fräulein Schwyz:
‚Ein Leben in der Schweiz, was für ein Traum! Oberhalb der Nebelgrenze, mit Blick auf die Alpen und den See. Schweizer Wohlstand, Sicherheit und Idylle! Du bist zu beneiden.’

Wie oft habe ich diese oder ähnliche Sätze in den letzten Wochen und Monaten gehört und ja, es stimmt. Es ist ein Traum. Und doch: es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Auf zu neuen Ufern: Abenteuer ich komme 

Als ich mich Ende letzten Jahres für ein Leben mit meinem Mann und damit ein Leben in der Schweiz entschieden habe, war mir bewusst: es wird eine große Veränderung. Auswandern, nochmal neu anfangen... was für ein Abenteuer, was für eine Chance. Gerade ich, die so gern neue Dinge in Angriff nimmt, Projekte plant, Pläne umsetzt... ein Paradies an Möglichkeiten, die geplant werden können. Ich liebe planen. Ich war in meinem Element.

Und als psychologische Beraterin mit mehr als zehn Jahren Praxiserfahrung war mir auch klar, es wird eine herausfordernde Umstellung: die Familie und Freunde und gewohnte Welt hinter sich lassen und eine neue Umgebung, neue Menschen, eine neue Kultur eintauchen. Doch offen und kommunikativ wie ich bin, war allen klar, das wird ein Klacks für mich.

Und nun sitze ich hier, auf über 900 idyllischen Höhenmetern mit Sicht auf Alpen und See und Almen und Wälder... Natur pur, Sonnenuntergänge, von denen man im Urlaub träumt... mit der Metropole Zürich gleich in der Nähe. Herz was willst du mehr?

Lebensveränderung: Von Glücksgefühlen in die Krise und wieder heraus 

Und doch sind sie da – schleichen sich heimlich zwischen die Glücksmomente und die übersprudelnde Freude über das neu gefundene Lebensglück – die Momente der Unsicherheit, Zweifel, Angst und Melancholie. Momente, die in unserer Erfolgsgesellschaft keinen Platz haben dürfen. Momente, die sich wie eine Niederlage anfühlen, weil unser Alltag geprägt ist vom Zwang alles immer locker im Griff haben und dauerglücklich sein zu müssen. Keiner gibt freiwillig zu, wenn er sich niedergeschlagen oder überfordert fühlt. Und doch ist es etwas völlig Natürliches, Menschliches, Normales.

Ich kenne sie gut, diese Momente. Denn ich befinde mich gerade mitten drin in einer – wie es im Fachjargon so schön heißt – Lebensveränderungskrise.

Und da, das nächste gefährliche Wort: Krise. Wer ist schon freiwillig in einer Krise? Und sagt es auch noch offen?

Krisen sind nichts anderes als Situationen, die uns aus der Komfortzone locken und uns in unserem Wachstum fordern – und dabei auch schon mal überfordern. Dann verlieren wir vorübergehend unser inneres Gleichgewicht. Nichts anderes. As simple as that. Da gibt es nichts, wofür man sich schämen müsste. Und doch tun wir’s.

Lebensveränderungen haben ihre ganz individuelle Dynamik, die wir zwar gern mit dem Verstand steuern würden, was sie - die Krise - allerdings nur einen herzlichen Lacher kostet. Sie macht ihr eigenes Ding und oft fühlt es sich an, als müsste man sich im Rodeo-Reiten beweisen, um das Gefühl der Kontrolle zu behalten. Es ist wie eine kleine Prüfung, wie sicher man schon im Sattel sitzt.

 

'Krise kann ein produktiver Zustand sein.
Man muss ihr nur den Beigeschmack der
Katastrophe nehmen.’
Max Frisch

 

Krisen den Schrecken nehmen – für mich ein Lebensauftrag

Ich bin also in einer Krise. Kein Drama, nur Krise. Und für mich ist es gerade wieder eine hoch interessante - wenn auch streckenweise sehr anstrengende - Phase meines Lebens... gerade auch aus der Sicht der psychologischen Beraterin: mich selbst dabei zu beobachten, wie ich mich in diesem Rodeo mache... wie ich diese kleinen und großen Herausforderungen meines Alltags bewältige, manchmal auch vor mir herschiebe, mich verkriechen möchte, ihnen ausweichen möchte, um sie dann doch wieder anzugehen. Was in meinem Kopf vorgeht, welche Gedanken mich behindern, welche mich dann doch wieder motivieren. Es ist eine ehrliche Bestandsaufnahme, wo und wie ich in meinem Leben stehe.

Wir Coaches und BeraterInnen sind trotz all unseres Wissens und unserer Erfahrung auch nicht davor gefeit, in Krisen zu kommen. Ein Zahnarzt ist auch nicht vor Karies geschützt. Er kann nur besser vorsorgen und im Ernstfall schneller und professioneller handeln, damit der Zahn schneller und leichter wieder heil ist. Wissen hilft, auch in der Krise.

Und darum ist mir der Bereich ‚Krisenbewältigung’ in meiner Arbeit so wichtig. Krisen sind allgegenwärtig, sie sind menschlich und vollkommen natürlich. Wie wir damit umgehen, macht es erst so problematisch. Also bleiben wir offen und urteilsfrei, und: Reden wir darüber.

 

Das Fräulein Schwyz ist ein Versuch, ein Statement für mehr Offenheit und ehrliche Auseinandersetzung mit unangenehmen Lebensthemen und sinnvollen Bewältigungsstrategien zu setzen. Sie will Mut machen und aufzeigen, dass Konflikte und Krisen das ganz normale Leben sind und kein Zeichen von Versagen. Sie will Tabus ansprechen und entmystifizieren, damit wir uns mit unseren Problemen, Sorgen und Ängsten nicht länger alleine fühlen.

 


 

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