• Nicola Christ-Widmann

    Impulse, die wirken

    Erkennen, was läuft.
    Verstehen, wie Menschen ticken.
    Verändern, was wirkt.

    Unabhängig davon, ob Sie Antworten, Lösungen oder neue Perspektiven suchen: Ich helfe Ihnen gerne dabei, die Wege zu finden, die Sie auch wirklich an Ihr Ziel bringen.

Fräulein Schwyz: Und plötzlich wird vieles so nebensächlich...

Neues vom Fräulein Schwyz:
Ich bin betroffen… In meinem Umfeld passieren gerade wieder viele Schicksalsschläge. Eltern werden krank, erhalten Diagnosen, die wir niemandem wünschen, sterben. Ich bin betroffen und mag mir gar nicht vorstellen, wie es einmal wird, wenn ich vor diesen Tatsachen stehe und mit ihnen umgehen muss.

Ich bin auch betroffen, weil ich neben diesen großen Sorgen und Nöten in meinem Umfeld auch die andere Liga kenne: Die alltäglichen Sorgen und den Ärger, der im Angesicht der echten ernsten Nöte im Nu verblasst. Doch solange es nicht wirklich ernst wird, lassen wir uns munter drauf los ärgern.

Es ist ein Ärger mit dem Ärger

Wir ärgern uns…

... über den Stau und die Dummheit der Auotfahrer vor uns, ohne die wir viel schneller an unserem Ziel wären.
… über den Vorgesetzten, der uns, unsere Ideen, unseren Einsatz nicht sieht und nicht zu schätzen weiß.
… über die Kollegen, die große Sprüche klopfen und meinen, damit cool zu wirken.
... Über den Kassier am Schalter, der einfach nicht weiter tut und die ganze Schlange aufhält.
… über den Kontostand, der schneller schmilzt als der Schnee an diesen sonnigen Tagen.
… Über unseren Partner, von dem wir uns nicht so geliebt fühlen, wie wir es verdient hätten.
… über unsere Kinder, die sich einfach nicht an unsere Regeln halten wollen, obwohl doch wir die Erwachsenen sind.
… über unsere Eltern, die uns immer noch Ratschläge geben und noch immer nicht wahrhaben wollen, dass wir schon groß sind und schon lange wissen, wie es geht.

Wir ärgern uns über den Schnee, der ein Verkehrschaos auslöst, über die Sonne, die uns beim Autofahren blendet, den Mond der in der Nacht zu hell beim Fenster hereinscheint und uns nicht schlafen lässt, den Nachbarn, der wieder viel zu laut fernsieht. Wir ärgern und ärgern und ärgern uns. Über Nichtigkeiten.

Denn wenn plötzlich die großen Sorgen hereinbrechen, wird alles andere plötzlich nebensächlich.

 

«Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.»

Kurt Tucholsky, dt. Autor und Journalist


 Das Ärgern: Unerkanntes Lieblingshobby und Phänomen unserer Gesellschaft 

Der Ärger treibt uns nicht an, er frisst uns auf. Stück für Stück. Langsam schleicht er sich ein und wird zum unbewusst akzeptierten Grundrauschen in unserem Alltag. Wir merken es schon gar nicht mehr, wie oft wir uns am Tag eigentlich ärgern können und es auch tun. Ärger wird zu einer Gewohnheit, einem Ritual. Und ohne dass wir es bemerken, nagt er fröhlich an unserer Fröhlichkeit, unserer Lebensfreude und unserer Lebensqualität. Wir stumpfen ab und merken es nicht mal.

Warum ärgern wir uns eigentlich so schnell über solche Kleinigkeiten? Weil wir Ziele haben, und eine genaue Vorstellung davon, wie wir dorthin gelangen? Sei es bei der Arbeit, beim Einkauf, in der Partnerschaft und Familie: wir haben eine Idee, wie Dinge laufen sollen. Aber kaum kommt etwas dazwischen, läuft anders als erwünscht oder geplant, wirft es uns aus unserer Mitte. Wir ärgern uns. Je weiter wir vom Plan abweichen müssen, umso mehr! Es nervt schlichtweg, wenn wir Umwege gehen müssen, obwohl wir den direkten Weg geplant hätten. Wir werden ungern gestört –von unseren Mitmenschen und vom Leben. Wir wollen unsere Ziele erreichen, und das schnell und möglichst direkt. 

'Mensch ärgere dich nicht' oder 'What counts in life'   

Und plötzlich hat das Leben eine Überraschung parat: ein geliebter Mensch wird krank, vorübergehend oder für immer pflegebedürftig, erhält eine herausfordernde Diagnose, kämpft um sein Leben, begegnet dem Tod.

Und mit einem Schlag werden alle vermeintlichen Ziele und Ärgernisse lächerlich und wir fragen uns, womit wir eigentlich unsere Zeit vergeudet haben. Wir erkennen, was wirklich zählt im Leben: nicht unsere gesteckten Ziele, sondern unser Herz, das wir verschenkt haben, unsere Liebe, die wir gelebt haben, die Momente, die wir mit unseren Liebsten genossen haben. Und vielleicht schämen wir uns auch dafür, dass wir so oberflächlich waren und die wahren Werte vergessen haben, die in uns schlummern. Und vielleicht haben wir Glück und können es mit unseren geliebten Menschen noch eine lange Zeit genießen. Und vielleicht haben wir noch mehr Glück und denken ein Jahr später immer noch gleich und haben es geschafft, die alltäglichen Einladungen uns zu ärgern zu belächeln.

 

Das Fräulein Schwyz ist ein Versuch, ein Statement für mehr Offenheit und ehrliche Auseinandersetzung mit unangenehmen Lebensthemen und sinnvollen Bewältigungsstrategien zu setzen. Sie will Mut machen und aufzeigen, dass Konflikte und Krisen das ganz normale Leben sind und kein Zeichen von Versagen. Sie will Tabus ansprechen und entmystifizieren, damit wir uns mit unseren Problemen, Sorgen und Ängsten nicht länger alleine fühlen.

 


 

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