CoVid und die Langeweile

Eines der Hauptthemen der letzten Wochen und Monate ist das Thema „Langeweile“. CoVid und die begrenzten Möglichkeiten der Aktivität und Beschäftigung lösen bei vielen Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder Langeweile aus. Und Langeweile ist für die meisten von uns ganz schwer zu ertragen. Wir haben sofort den Impuls, etwas anderes zu machen. Wir werden unruhig, erleben die Situation als unangenehm und wollen ein neues Ziel – am liebsten sofort. Dass es Langeweile braucht, damit unser Hirn kreativ werden kann und wir Neues denken und ausprobieren können, das ist uns nicht bewusst.

Ist Langeweile gleich Langeweile? Die verschiedenen Stufen. 

Die Wissenschaft kennt verschiedene Arten bzw. Stufen von Langeweile, abhängig von der Intensität des mitschwingenden negativen Gefühls und dem Grad der körperlichen Aktivität:

  • Indifferente Langeweile (positiv entspannter Zustand bis leichte Unterforderung)
  • Kalibrierende Langeweile (Wunsch nach Anregung)
  • Suchende Langeweile (Suche nach Veränderung mit steigender Nervosität bis Ruhelosigkeit)
  • Reaktante Langeweile (Nervosität und Ruhelosigkeit wird zu Belastung und Ärger)
  • Apathische Langeweile (Rückzug und Resignation)

Warum wird uns eigentlich langweilig? Die Ursachen. 

Warum wird uns überhaupt langweilig?

  • Wenn wir etwas tun, was uns nicht zufrieden stellen kann
  • Wenn wir nicht tun, was uns Spaß macht oder für uns Sinn macht
  • Wenn wir immer dasselbe tun
  • Wenn wir etwas immer wieder nicht schaffen
  • Wenn wir uns auf eine Aufgabe nicht gut konzentrieren können
  • Wenn wir nicht wissen, was wir anderes tun könnten

Unser Gehirn will die Zeit sinnvoll nutzen. Tun wir das nicht, wird uns langweilig.

Langeweile ist also ein Impuls unseres Gehirns, das uns sagen will: „Hör auf mit dem, was du tust und mach etwas Sinnvolles, Kreatives, komm in die Gänge!“

Anstatt das Symptome „richtig“ zu deuten, lenken wir uns ab, vertreiben uns die Zeit mit Belanglosem wie Apps und Spiele am Handy, Social Media, ua. Das hilft zwar kurzfristig, macht das Problem auf lange Sicht aber immer schlimmer. Es kann zu Frustration, Demotivation, Gereiztheit, schlechtere Leistungen und Misserfolge bis hin zu körperlichen Folgen wie Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen uvm. kommen.

Vom richtigen Umgang mit Langeweile. 

Wenn uns jemand sagt, ihm ist langweilig, sind wir meist schnell mit einem Rat parat, wie z.B. „Dann lies doch ein Buch“ oder „Geh spazieren“, „Miste doch mal den Keller aus“ und viele andere gut gemeinte Ideen, die dem/der Betroffenen nur selten helfen.

Klingt komisch, ist aber so: Echte Langeweile haben ist ähnlich belastend wie Schmerzen haben, insbesondere wenn sie sich nicht auf eine bestimmte Zeitspanne begrenzt, sondern beinahe zu einem Dauerzustand wird.

Was tun?

Wie so oft im Land der Emotionen, gibt es keine Patentlösung, die für alle gilt. Was allerdings für alle gilt, ist, der Ablenkung zu widerstehen, die Langeweile einfach mal bewusst auszuhalten und neugierig zu werden, was unser Hirn uns sagen will. Denn wenn wir eine Zeit lang einfach nur da sitzen und „nichts“ tun, kann sich unser Gehirn neu sortieren.

  • Schritt 1: Langeweile aushalten und beobachten, was passiert.
  • Schritt 2: Neugierig werden, was uns unser Hirn sagen will.
  • Schritt 3: Analysieren, was uns gerade so unfassbar langweilt.
  • Schritt 4: Erkunden, wie wir ticken, welche Werte uns wichtig sind, was uns Spaß macht, was für uns Sinn ergibt.
  • Schritt 5: Hinterfragen, was das Neue sein könnte, wonach wir unbewusst suchen, was uns jetzt noch fehlt.
  • Schritt 6: Fantasieren, was wir am liebsten tun würden, wenn wir alles tun könnten, was wir wollten.
  • Schritt 7: Wege finden, wie ich diese Wünsche und Sehnsüchte schon jetzt schrittweise und im Kleinen in meinen Alltag realisieren könnte.

Diese Schritte durchlaufen wir z.B. auch im Coaching und gehen der Ursache der Langeweile und der in ihr versteckten Botschaft auf den Grund.

Oft erleben KlientInnen dabei Überraschungsmomente und Antworten, mit denen sie nie gerechnet hätten. Andere KlientInnen fühlen sich mit den Ergebnissen bestätigt, denn irgendwie „haben sie immer schon gespürt, dass sie eigentlich das tun wollten“.

Was auch immer es ist, auf das Sie Ihr Gehirn aufmerksam machen will, nehmen Sie es wichtig. Wenn Sie auf diese Fragen keine „richtigen“ Antworten finden oder nicht wissen, wie Sie Ihre Antworten in Ihrem Alltag umsetzen können, lassen Sie sich beraten. Es ist viel mehr möglich, als uns bewusst ist, wenn wir lernen, unsere eigenen Begrenzungen im Denken zu überwinden. Manchmal braucht es nur einen kleinen Ansporn von außen und es fängt von selbst zum Laufen an.  

erfüllt leben. worauf warten. leben ist jetzt.

 

Weiterführende Links:

👉 Wie funktioniert ein erstes Orientierungsgespräch, wenn ich mir für die Fragen Unterstützung wünsche?

👉 Welche Seminarangebote gibt es zu diesem Thema?


 

 

 

 

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